Sonja Walder das Kosakenmädchen, die ihre Leiblichen Eltern nie kennenlernen durfte. In Mai 1945 wurde im Zuge der Auslieferung der Kosaken in Lienz ein kleines Mädchen von ihrer Mutter in höchster Verzweiflung an eine Frau aus Lienz mit zwei Schmuckstücken, einem Leintuch und der Bitte übergeben, sich um sie zu kümmern. Frau Antonia Hanser übernahm diese Aufgabe drei Monate lang, suchte aber wegen Nahrungsmangel für Sonja einen Pflegeplatz, den sie dann bei der Familie Köck in Kartitsch bekam. Ihr Geburtsdatum legten die österreichischen Behörden willkürlich fest. Sie wuchs dort mit zwei Halbschwestern Marianna und Agnes auf. Ihr Heranwachsen in Kartitsch war nicht leicht., konnten die Einheimischen doch oft nicht zwischen Russen und Kosaken unterscheiden. Nicht wenige Männer aus Kartitsch sind nämlich in Russland gefallen und so wurde sie immer wieder Opfer Anfeindungen.
Im Oktober 1966 heiratete Sonja ihren Nachbarn Christian Walder, einen gelernten Zimmerer und Nebenerwerbslandwirt. Für ihre Integration in’s Dorf war das Mitspielen in der örtlichen Theatergrüppe sehr wichtig. Sie gebar drei Söhne: Christian, Stefan und Thomas, die alle zu tüchtigen Menschen wurden. Drei Enkelkinder machten das Familienglück perfekt. Sonja war es immer ein Anliegen, die Gedenkfeier um 1. Juni in der Peggetz zu besuchen, um ihren unbekannten „Verwandten“ nahe zu sein. Sie engagierte sich auch im verein zur Erinnerung an die Kosakentragödie in Lienz 1945 und es war ihr wichtig, dass ihre Kinder auch an ihre Wurzeln herangeführt wurden.
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